Der vollständige Leitfaden zur Corporate-Videoproduktion: Von Brief bis Abnahme
Ein praktischer Leitfaden zur Corporate-Videoproduktion für Marketingteams — vom Briefing und der Drehplanung bis zur finalen Abnahme und dem Freigabeprozess.
Ein Corporate-Video-Projekt erfordert mehr Entscheidungen, als die meisten Kunden erwarten — noch bevor die erste Kamera eingeschaltet wird. Dieser Leitfaden führt Sie durch jeden Schritt — vom Brief bis zur Abnahme — damit Sie wissen, was Sie erwartet, wofür Sie budgetieren sollten, und wo die wichtigen Entscheidungen getroffen werden.
Was bedeutet „Corporate Video" eigentlich?
„Corporate Video" umfasst jede professionell produzierte Videoproduktion für geschäftliche Zwecke, die keine Verbraucherwerbung ist. In der Praxis gehören dazu:
- Brandfilme: 2–5 Minuten lange Filme, die Unternehmenswerte, Kultur und Zweck vermitteln
- Employer-Branding-Videos: Recruitingcontent für talentierte Fachkräfte in Wettbewerbsmärkten
- Eventfilme: Dokumentationen von Konferenzen, Gipfeln und Produktlaunches
- Führungsinterviews: Videokommentare des Managements für Investoren und Medien
- Produktvideos: Demonstrationen, How-to-Content und Launch-Filme
- Interne Kommunikation: Schulungen und unternehmensweite Botschaften
Die erste Entscheidung — oft zu vorschnell getroffen — ist die Wahl des richtigen Formats für das Geschäftsziel.
Phase 1: Vorproduktion
Die Vorproduktion ist die wertvollste und am meisten unterschätzte Phase. Alles, was am Drehtag schiefläuft, wurde — oder eben nicht — in der Vorproduktion entschieden.
Das Briefing
Ein solides Video-Briefing beantwortet sechs Fragen:
1. Was wollen wir erreichen? Kein „Video" — ein konkretes Geschäftsergebnis: mehr Anfragen, bessere Talentgewinnung, eine höhere Conversion auf der Investorenseite. 2. Wer ist die Zielgruppe? Konkret. „Potenzielle Kunden" ist nicht hilfreich. „CFOs mittelständischer Fertigungsunternehmen in der DACH-Region" schon. 3. Wo wird das Video eingesetzt? Website-Homepage, LinkedIn, Messe, Investorenpräsentationen — jeder Verbreitungskanal beeinflusst das Format. 4. Was ist die eine Botschaft? Wenn der Zuschauer nur eine Sache behält — welche soll es sein? 5. Was ist der Ton? Referenzvideos sind aussagekräftiger als Adjektive. 6. Welche Budgetrange? Eine realistische Budgetdiskussion im Briefing verhindert spätere Missverständnisse.
Kreative Entwicklung
Sobald das Briefing klar ist, entwickelt die Produktionsfirma ein kreatives Konzept — Narrativansatz, Struktur und visuellen Stil. Dazu gehören meist ein Treatment-Dokument, ein Drehbuch oder ein Entwurf sowie visuelle Referenzen.
Für dokumentarische Unternehmensarbeiten umfasst diese Phase Location-Scouting, Sprecherbesetzung und eine Shot-List.
Planung und Logistik
Ein einzelner Drehtag erfordert Koordination von: Location-Genehmigungen, Equipmentbuchungen, Crew-Zeitplan, Verfügbarkeiten der Beteiligten, Catering und Transport. Die Produktionsfirma übernimmt das. Ihre Aufgabe ist es, die internen Stakeholder verfügbar und informiert zu halten.
Phase 2: Produktion
Der Dreh ist die sichtbarste Phase, aber in der Regel die kürzeste. Ein umfassender Brandfilm für ein B2B-Unternehmen erfordert üblicherweise 1–3 Drehtage. Ein Eventfilm bis zu 2–4 Tage.
Eine professionelle Filmcrew
Für ein Corporate Video im mittleren Budget (15.000–40.000 €) umfasst eine Standard-Crew:
- Regisseur — leitet die kreative Umsetzung, führt Interviews
- Kameramann (DoP) — verantwortlich für Kamera und Licht
- Kameraoperator / AC — bedient die Kamera, verwaltet Equipment
- Gaffer — steuert das Lichtsetup
- Tonmeister — nimmt den Ton vor Ort auf
- Produzent — verwaltet Zeitplan, Logistik und Kundenkommunikation
Drohnenpiloten, Motion Designer und zusätzliche Kameras werden projektspezifisch hinzugezogen.
Was einen Drehtag verlangsamt
- Interviewpartner kommen zu spät oder sind unvorbereitet
- Locations entsprechen nicht dem Vereinbarten
- Entscheidungsträger sind nicht erreichbar für Genehmigungen
- Scope-Erweiterungen am Set („Können wir auch noch schnell…")
Die Produktionsfirma managt den Zeitplan. Der Kunde managt die Menschen.
Phase 3: Postproduktion
In der Postproduktion nimmt das Corporate Video seine endgültige Form an. Für einen 3-minütigen Brandfilm dauert diese Phase 4–8 Wochen und macht 30–40% des Gesamtbudgets aus.
Was die Postproduktion umfasst
- Assembly Cut: Erster Rohschnitt mit grundlegender Narrativstruktur
- Feinschnitt: Verfeinerung von Rhythmus, Storyverlauf und Qualität
- Farbkorrektur: Belichtungsanpassung und einheitliches visuelles Erscheinungsbild
- Sound Design: Musik, Audio-Mixing, Dialogaufbereitung
- Motion Graphics: Titelanimationen, Bauchbinden, Datenvisualisierungen, Logo-Reveals
- Sprecheraufnahme: Falls der Film einen Kommentar enthält
- Lieferformate: Web, Social Cuts, Broadcast-Versionen
Der Freigabeprozess
Professionelle Produktionen integrieren einen strukturierten Überprüfungsprozess in den Vertrag:
1. Assembly Cut — Rohschnitt für strukturelles Feedback 2. Feinschnitt — Verfeinerung für Feedback zu Rhythmus und Inhalt 3. Picture Lock — finaler genehmigter Schnitt vor Farbe und Ton 4. Ablieferung — Enddateien in vereinbarten Formaten
Die Anzahl der Korrekturrunden ist im Vertrag klar definiert. Zusätzliche Runden werden separat abgerechnet.
Timeline: Was zu erwarten ist
| Phase | Typische Dauer | |---|---| | Briefing und Discovery | 1–2 Wochen | | Kreative Entwicklung | 1–2 Wochen | | Vorproduktion | 2–4 Wochen | | Dreh | 1–5 Tage | | Assembly Cut | 1–2 Wochen | | Korrekturen und Feinschnitt | 2–4 Wochen | | Endablieferung | 1 Woche | | Gesamt | 8–16 Wochen |
Eilproduktionen komprimieren diese Zeitpläne — in der Regel mit 20–40% Aufpreis.
Was Sie Ihrer Produktionsfirma liefern sollten
Die effizientesten Projekte entstehen, wenn der Kunde mitbringt:
- Ein schriftliches Briefing, das die sechs Fragen oben beantwortet
- Interne Freigabe für Umfang und Budget
- Bestätigte Verfügbarkeit aller zu filmenden internen Beteiligten
- Zugang zu Locations und erforderliche Genehmigungen
- Eine zentrale Ansprechperson mit Entscheidungsbefugnis
Wie wir bei Craft-Me arbeiten
Jedes Projekt beginnt mit einem Discovery-Gespräch: Wir verstehen Ziel, Zielgruppe und Geschäftskontext. Bei Bedarf schreiben wir das Briefing gemeinsam — der Briefingprozess selbst klärt oft strategische Fragen, die der Kunde noch nicht vollständig geklärt hatte.
Anschließend entwickeln wir ein kreatives Konzept, planen den Dreh und begleiten die Postproduktion bis zur Endablieferung. Unsere Standardverträge umfassen zwei strukturierte Korrekturrunden mit klaren Bedingungen für zusätzlichen Umfang.
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